Kenia (Teil 1)

Dieses Jahr hatte ich das Glück, dass ich mal wieder zwei Wochen in Kenia verbringen konnte. Ich wollte die Zeit nicht nur zum Relaxen nutzen, sondern auch die Menschen und das Land besser kennenlernen. Mein letzter Aufenthalt in Kenia liegt bereits mehr als 20 Jahre zurück und so war ich gespannt wie sich das Land seither veränderte. Das erste war mir auf dem Flughafen in Mombasa auffiel, war die wesentlich geringere Präsenz an bewaffneten Soldaten und Polizisten. Es ist in Kenia aber immer noch verboten, öffentliche Gebäude und Personen zu Fotografieren. Was man Fotografieren darf, sind Land und Leute. Und da hat sich in den letzten 20 Jahren nicht viel verändert. Die Leute sind sehr arm und Leben teils von der Hand in den Mund. Die folgenden Bilder sind eine kleine Auswahl, die zeigen soll wie die Menschen Leben und arbeiten.

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Wenn jemand das Glück hat in einem Hotel arbeiten zu können, hat er wenigstens ein kleines Einkommen und den Zugang zum Trinkgeld der Gäste, was das Einkommen deutlich erhöht. Das Monatseinkommen liegt dann irgendwo zwischen 50 und 100 Euro im Monat. Der Rest lebt von kleinen Dienstleistungen wie Koffer tragen, dem Verkauf von Schnitzereien am Strand oder bettelt. Man sieht in Mombasa an den Ampeln blinde Menschen die zwischen den Autos rumgeführt werden und so ein paar Schillinge erbetteln. Es gibt aber auch Menschen, die drei oder vier Sprachen sprechen und sich als Fremdenführer ihren Lebensunterhalt verdienen. Man bekommt dann zwar nichts anderes erzählt was man schon im Reiseführer gelesen hat, kommt dafür aber auch an Orte, die einem sonst verborgen bleiben würden. Das viele Geld der Touristen versickert leider irgendwo und wird nicht in die Infrastruktur oder sonstige Projekte gesteckt. Die Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand selbst in den Städten und wenn es Regnet leben die Menschen im Matsch und Dreck direkt neben der Straße.

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So ist es immer noch nicht gelungen die drei Fähren auf der Südseite von Mombasa durch eine Brücke zu ersetzen, obwohl laut unserem Führer schon Bauvorschläge vorlagen, die mangels Geld aber nicht umgesetzt werden. So sieht man täglich die Menschenmassen und die Autos, die von den drei Fähren über den Meeresarm gebracht werden, durch den auch die Hochseefrachter ihre Güter über den Hafen von Mombasa und nach ganz Afrika bringen. Für Fußgänger ist die Überfahrt frei, Autos zahlen 200 Schilling was etwa 1,5 € entspricht. Fotografieren ist auf der Fähre und der Zufahrt hinter einem Schild selbstverständlich auch verboten.

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In Kenia gibt es ein 8-4-4 Schulsystem. Die ersten 8 Jahre besucht man die „Primary Schools”, die zwar frei sind aber aus Geldmangel nicht von allen Kindern einer Familie besucht werden können. Die Schuluniform und die Bücher sind selbst zu bezahlen. In den Schulen fehlt es an den einfachsten Dingen wie Papier und Stifte. Auch Lehrer gibt es nicht genug, wodurch der Unterricht sehr erschwert wird. Danach kostet die Schule Geld, was sich die wenigsten leisten können. Nach Abschluss dieser weiterführende Schule kann man dann studieren. Man muss allerdings sagen, dass durch die ersten acht Jahre die meisten (jüngeren) Menschen über die grundlegenden lese, schreib und Rechenkenntnisse verfügen. Auch Englisch wird unterrichtet. Ich habe mich allerdings gewundert, dass selbst die ärmsten Boys am Strand oft noch über deutsche und französische Sprachkenntnisse verfügen. Als ich fragte woher sie ihre Sprachkenntnisse haben, kam immer die gleiche Antwort – von den Kontakten zu den Touristen über etliche Jahre. Am Strand findet man leider erst Ruhe, wenn man deutlich zum Ausdruck bringt, dass man nicht gestört werden möchte. Wenn man freundlich antwortet wird man die Boys leider nicht los. Da Touristen die einzige Einnahmequelle sind, ist dieses aufdringliche Verhalten einerseits anstrengend aber durchaus nachvollziehbar.

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Auch die Menschen in Kenia versuchen mit Ihren Fähigkeiten Geld zu verdienen. So wie in Thailand an jeder Ecke ein Schneider oder ein Massagesalon ist, findet man in Kenia Schnitzerwerkstätten oder Läden wo diese schönen Sachen verkauft werden. Natürlich sind die Schnitzer selbst das schwächste Glied der Kette und entsprechend gering sind die Prämien die sie bekommen. In Mombasa gibt es ein, bei Touristen beliebtes, Schnitzerdorf. Dort sitzen die Handwerker in kleinen Hütten und schnitzen, bohren, hämmern und polieren ihre Masken, Schalen oder Tiere. Sie markieren ihre Objekte mit ihrer Nummer und geben sie zum Verkauf in den Shop vor Ort. Wird dann ein Objekt gekauft bekommt der Schnitzer eine Prämie. Die Touristen können bei einem Spaziergang durch das Dorf den Handwerkern bei der Arbeit zusehen und fotografieren. Danach wird dann im Shop eingekauft. Ich habe die Menschen die ich dort fotografierte immer begrüßt und gefragt ob sie was gegen ein Foto hätten. Ich hab dann auch hier und da ein kleines Trinkgeld gegeben.

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Im zweiten Teil werde ich über meine Fotosafari in der Masai Mara berichten.

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